Olaf S., Rheinsberg: Meine Tochter studiert in Hamburg und erhält dieses Jahr 300 Euro im Monat nach dem Bundesausbildungsförderungsgesetz. Eine Hälfte wird als Darlehen, die andere Hälfte als Zuschuss gezahlt. Sonst hat meine Tochter aber keine ­Einkünfte und Bezüge. Streicht mir das ­Finanzamt den Ausbildungsfreibetrag trotzdem?

Finanztest: Ja, denn die ­Finanzbeamten ziehen das Bafög, das Kinder als Zuschuss erhalten, vom Ausbildungsfreibetrag ab. Es wird vorher nur um eine Kostenpauschale von 180 Euro gekürzt.

Der Teil des Bafögs, den Ihre Tochter als Zuschuss erhält, beträgt 150 Euro im Monat. Das sind 1 800 Euro im Jahr. Davon geht die Kostenpauschale von 180 Euro ab. Danach bleiben 1 620 Euro, die auf den Ausbildungsfreibetrag angerechnet werden. Weil er nur 924 Euro im Jahr beträgt, fällt er komplett weg.

Bekäme Ihre Tochter monatlich 50 Euro Bafög-Zuschuss, wäre dagegen nicht alles verloren. Der Zuschuss von jährlich 600 Euro würde nach Abzug der Kostenpauschale von 180 Euro auf 420 Euro sinken. Sie würden noch einen Ausbildungsfreibetrag von 504 (924 – 420) Euro erhalten.

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