Achim U., Stuttgart: Bei der Steuerveranlagung mit meiner Frau kürzte das Finanzamt meine Vorsorgekosten für die Renten- und Krankenversicherung. Dabei hat der Bundesfinanzhof entschieden, dass das bei Geschäftsführern einer GmbH wie mir, die die Beiträge voll selbst zahlen, nicht rechtens ist. Das Amt will unsere Steuerbescheide aus den Jahren 2001 bis 2003 nicht mehr ändern. Ich hätte Einspruch einlegen müssen, meint die ­Behörde. Doch sie hatte mir am Telefon gesagt, dass ein Einspruch wegen des Vorläufigkeits­vermerks im Steuerbescheid nicht nötig sei.

Finanztest: Haben Sie wegen dieser falschen Auskunft vom Finanzamt keinen Einspruch eingelegt, muss die Behörde Ihre Steuerbescheide ändern oder die Steuer aus Billigkeitsgründen herabsetzen. Dazu hat das Bundesfinanzministerium die Finanzämter in einem Schreiben aufgefordert (IV A 7 - S 0338 – 5/05).

Will das Finanzamt dennoch Ihre Steuerbescheide nicht ändern, weil Sie vielleicht die Falschauskunft nicht mehr nachweisen können, sollten Sie hartnäckig bleiben. In einem ähnlichen Fall muss der Bundesfinanzhof noch darüber entscheiden, ob die Steuerschuld wegen sachlicher Billigkeit reduziert werden muss (Az. XI R 31/04). Sie sollten unbedingt auf dieses Aktenzeichen verweisen und bis zur Klärung durch den Bundesfinanzhof das Ruhen des Verfahrens bei Ihrem Finanzamt beantragen.

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