Roman K., Lübeck: Ich möchte meine gesetzlichen Rentenbeiträge als Werbungskosten absetzen und habe deshalb Einspruch gegen meinen Steuerbescheid eingelegt. Mein Finanzamt bittet mich, ihn zurückzunehmen. Es gebe dazu kein relevantes Musterverfahren. Stimmt das?

Finanztest: Das ist nicht ganz korrekt. Es gibt weiter die Prozesse zum Abzug der Rentenbeiträge als Werbungskosten, über die wir im Mai-Heft (siehe Steuerbescheid 2005) informiert haben: einer beim Bundesfinanzhof (Az. X R 11/05) und einer beim Finanzgericht Münster (Az. 14 K 608/05 E).

Die Verfahren haben aber wenig Aussicht auf Erfolg, denn gegen den zurzeit begrenzten Abzug der Rentenbeiträge als Sonderausgaben hat der Bundesfinanzhof (BFH) keine Einwände (Az. X B 166/05). Weil zu dieser Frage derzeit keine Verfassungsbeschwerde vorliegt, kann das Finanzamt Einsprüche ablehnen.

Der BFH findet allerdings, dass Renten in dem Maß steuerfrei sein müssen, in dem sie aus versteuertem Einkommen bezahlt wurden. Ob das neue Alterseinkünftegesetz diese Regel verletzt, könne aber nur ein Rentner gerichtlich klären.

Wenn Sie Ihren Einspruch nicht zurückziehen, wird das Finanzamt über ihn entscheiden. Es wird Ihre Rentenbeiträge nicht als Werbungskosten anerkennen und Ihren Steuerbescheid dazu wahrscheinlich nicht offenlassen. Dagegen können Sie beim Finanzgericht klagen. Das kostet aber Geld und der Erfolg ist ungewiss.

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