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Ungewisses Ende. Endloszertifikate laufen nicht unbegrenzt.

Herbert M., Bonn: Ich habe ein Endloszertifikat gekauft, das mir meine Bank jetzt gekündigt hat. Darf sie das?

Finanztest: Ja. Die Banken behalten sich ein Kündigungsrecht für endlos laufende Zertifikate vor. Sie nutzen das meist dann, wenn nur noch wenige Anleger das Papier haben.

Endlos laufende Indexzertifikate sind mittlerweile üblich. Solche Wertpapiere haben die Banken bisher jedoch äußerst selten gekündigt. In diesem Fall finden Anleger, die weiter auf den Index setzen wollen, schnell eine alternative Geldanlage. Sie müssen dann allerdings erneut Kaufspesen zahlen.

Oft werden auch Basketzertifikate endlos aufgelegt. Sie beziehen sich auf einen Korb von Aktien aus einer Branche oder zu einem Thema wie Klimawandel. Werden diese Papiere gekündigt, finden Anleger nicht so leicht eine Alternative, mit der sie auf dieselbe Idee setzen können.

Noch schwieriger ist das bei Strategiezertifikaten, zum Beispiel Bär-Zertifikaten, die auf einen fallenden Index setzen. Die können ab einem bestimmten Zeitpunkt sogar wertlos werden. Wenn der Anbieter dann kündigt, können die Anleger nicht mehr auf eine Entwicklung der Kurse in die erhoffte Richtung spekulieren.

Tipp: Basket- und Strategiezertifikate sind eher kurz- als langfristige Anlagen. Beobachten Sie die Entwicklung der Papiere genau und verkaufen Sie rechtzeitig, wenn Kursverfall droht.

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