Laurenz Schmitt, Wuppertal: Die DWS hat mir neue Allgemeine Geschäftsbedingungen geschickt. Wenn ich nicht widerspreche, erkläre ich mich damit einverstanden, dass die DWS Vertriebsprovisionen behält und nicht an mich auszahlt. Was soll ich tun?

Finanztest: Sie können abwarten. Im Grunde hat sich für Kunden der Fondsgesellschaft DWS nichts verändert. In der Klausel geht es um Bestandsprovisionen von anderen Gesellschaften, deren Fonds die DWS in den Depots ihrer Kunden mitverwaltet. Für eigene Produkte kassiert die DWS keine Bestandsprovision.

Die Provisionen für fremde Fonds hat sie bisher stillschweigend eingesteckt. Jetzt ist sie durch eine europäische Richtlinie gezwungen, darüber zu informieren.

Die Frage ist aber, ob sie die Provisionen behalten darf. Nach Ansicht von Carsten Heise von der Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz stehen derartige Gebühren eigentlich dem Kunden zu.

Anlegeranwälte wie Ralph Veil von der Münchner Kanzlei Mattil halten es für unwahrscheinlich, dass die Verzichtserklärung der Kunden Bestand hat. Sie weiche von einer gesetzlichen Regelung ab und sei unklar.

Bislang gibt es noch keine Klage gegen die DWS. Würde die neue Klausel in einem Verfahren für nichtig erklärt, profitieren Sie auch dann, wenn Sie nicht Widerspruch eingelegt haben.

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