Brigitte W., Möhlau:
Mit 63 Jahren werde ich 45 Arbeitsjahre erreicht haben. Kann ich meine Rente dann ungekürzt beziehen oder muss ich, da ich Jahrgang 1954 bin, nach der neuen Regelung bis 65 und länger arbeiten?

Finanztest: Regulär müssen Sie bis 65 Jahre und acht ­Monate arbeiten. Steigen Sie früher aus dem Arbeitsleben aus, bekommen Sie eine Rente mit Abschlägen. Sofern Sie jedoch mit 65 Jahren 45 Versicherungsjahre zusammenhaben, können Sie ausnahmsweise schon dann die volle Rente erhalten.

Angerechnet werden Zeiten versicherungspflichtiger ­Beschäftigung oder versicherungspflichtiger selbstständiger Tätigkeit. Auch Erziehungszeiten bis zum 10. ­Lebensjahr eines Kindes zählen dazu und Zeiten, in denen Sie Angehörige pflegten, ­sofern Sie bei der Rentenversicherung als Pflegende angemeldet waren. Phasen von Arbeitslosigkeit und freiwilliger Beitragszahlung gelten nicht.

Haben Sie die 45 Versicherungsjahre erst etwas später zusammen, zum Beispiel mit 65 Jahren und drei Monaten, können Sie ab dann eine abschlagsfreie Rente beziehen.

Ab 63 Jahren dürfen Sie mit Abschlägen von 0,3 Prozent pro Monat früher gehen. Als langjährig Versicherte, die Sie dann vermutlich sind, wären das für zwei Jahre vor 65 insgesamt 7,2 Prozent weniger Rente bis zu Ihrem Lebensende. Denken Sie daran: ­Arbeiten Sie länger, als Sie müssten, also über 65 Jahre hinaus, ist Ihre Rente höher.

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