Frage und Antwort Meldung

Peter B., Kiel: Wir müssen unsere neue Wohnung umbauen, weil ein Familienmitglied behindert ist. Können wir die Kosten absetzen?

Finanztest: Ja, der Bundesfinanzhof hat Kosten für behindertengerechte Umbauten schon in mehreren Fällen als außergewöhnliche Belastung anerkannt.

In einem Fall hatten Eltern ein Haus gekauft, den Anbau barrierefrei umgebaut und mit einer bodengleichen Dusche ausgestattet. Die erwachsene, behinderte Tochter sollte dort wohnen.

Der Bundesfinanzhof entschied, dass die Kläger die Bau- und Kreditkosten für solche Umbauten absetzen können. Auch in Neubauten und Mietwohnungen sei das ohne Rücksicht auf eine Wertsteigerung der Immobilie möglich. Das Urteil ist seit Ende 2011 veröffentlicht, damit die Finanzämter die Entscheidung anwenden (Bundessteuerblatt  [BStBl] 2011, Teil II, S. 1012).

In einem anderen Verfahren konnte ein Mann nach seinem Schlaganfall nicht mehr gehen. Damit ihm ein Pflegeheim erspart bleibt, ließ seine Familie das Bad umbauen und eine Rollstuhlrampe errichten. Auch solche Umbaukosten sind – unabhängig von Wertsteigerungen – außergewöhnliche Belastungen (BStBl 2010, Teil II, S. 280).

Dieser Artikel ist hilfreich. 61 Nutzer finden das hilfreich.