Susanne B., Hannover: Ich führe ­einen Rechtsstreit. Aber mein Anwalt arbeitet schleppend und ich fühle mich schlecht informiert. Kann ich den Anwalt wechseln? Und macht da meine Rechtsschutzversicherung mit?

Finanztest: Sie dürfen Ihrem Anwalt ­jederzeit kündigen und müssen keine Gründe nennen. Wenn das Mehrkosten verursacht, wird Ihr Versicherer dafür aber nur aufkommen, wenn der Wechsel „objektiv notwendig“ war. Dass Sie mit dem Verhalten Ihres Anwalts unzufrieden sind, dürfte nicht reichen. Objektiv notwendig ist ein Wechsel nach Ansicht vieler Gerichte meist nur, wenn der Anwalt stirbt, schwer erkrankt oder seine Kanzlei schließt, weil ihm die Zulassung entzogen wird.

Auch wenn Ihr Anwalt nachweislich schlecht arbeitet, gehen die Mehrkosten durch den Wechsel zunächst auf Ihr Konto. Das Geld müssen Sie sich vom ehemaligen Anwalt über eine Schadenersatzforderung zurückholen. Falls Sie ­eine Privatrechtsschutzpolice haben und der Streit mit dem Anwalt Aussicht auf Erfolg hat, wird Ihr Versicherer Sie dabei unterstützen.

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