Bernd Bode, Köln: Muss ich die Frei­beträge für Rentner und Pensionäre in der Steuererklärung beantragen?

Finanztest: Nein, das Finanz­amt berück­sichtigt die Frei­beträge von sich aus. Sie können das in Ihrem Steuer­bescheid über­prüfen. Drei Beispiele:

  • In der Steuererklärung geben Sie an, wann Ihre gesetzliche Rente begonnen hat. Haben Sie 2010 die erste Rente erhalten, sind davon 40 Prozent steuerfrei. Im Steuer­bescheid für das Jahr nach dem Renten­beginn, also für 2011, hat das Amt Ihren Frei­betrag für die Zukunft berechnet. Lag die Rente 2011 bei 18 000 Euro, erhalten Sie lebens­lang 7 200 Euro Rente im Jahr steuerfrei.
  • Beziehen Sie eine Firmen- und Beamtenpension auf Steuerkarte, tragen Sie die Beträge in Anlage N Ihrer Steuererklärung ein. Das Finanz­amt prüft dann, ob Ihnen Versorgungs­frei­beträge zustehen. Als Firmenpensionär erhalten Sie den Frei­betrag frühestens mit 63, als Schwerbehinderter mit 60 Jahren. Als Beamter bekommen Sie den Frei­betrag unabhängig vom Alter ab Ihrer ersten Pension. Die Höhe hängt vom Jahr ab, in dem die Frei­beträge beginnen. War das 2011, sind bis zu 2 964 Euro Pension im Jahr steuerfrei (30,4 Prozent, aber maximal 2 280 Euro + 684 Euro Zuschlag).
  • Für Ihre Neben­einkünfte zum Beispiel aus Mieten und aus selbst­ständiger oder angestellter Tätig­keit erhalten Sie einen Alters­entlastungs­betrag, wenn Sie am Jahres­anfang 64 Jahre oder älter waren. Das Finanz­amt prüft nach der Steuererklärung Ihr Geburts­datum und zieht die Entlastung von Ihren Einkünften ab. Sie beträgt je nach Geburts­datum bis zu 40 Prozent der Neben­einkünfte, maximal 1 900 Euro.

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