Frage und Antwort Meldung

Sascha L., Berlin: Ich habe mir mit der Abwrackprämie ein neues Auto gekauft. Wenn ich damit nun schuldlos in einen Unfall verwickelt bin, kann ich dann von der Haftpflichtversicherung des Gegners das Geld für einen Neukauf verlangen?

Finanztest: Ja, wenn Ihr Auto zum Zeitpunkt des Unfalls noch keine 1 000 Kilometer auf dem Tacho hatte, noch nicht länger als einen Monat zugelassen war und das Auto erheblich beschädigt wurde. Einige Gerichte urteilen, dass schon Blechschäden, die nicht ganz ohne zurückbleibende Spuren repariert werden können, erheblich sind. Andere sehen die Erheblichkeitsschwelle erst überschritten, wenn tragende oder sicherheitsrelevante Teile des Autos geschädigt sind.

Das bedeutet: Wenn der Schaden an ­ihrem Auto spurenlos behoben werden kann, indem das beschädigte Teil – etwa eine Stoßstange – ausgewechselt wird, können Sie nur Reparatur verlangen.

Bei einer Laufleistung zwischen 1 000 und 3 000 Kilometer haben Sie im Ausnahmefall Anspruch auf einen Neuwagen, wenn sicherheitsrelevante Teile am Auto beschädigt sind und nach der Reparatur eine Unsicherheit bleibt oder wenn erhebliche Schweißnähte zurückbleiben (Bundesgerichtshof, Az. VI ZR 234/80).

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