Frage und Antwort Studien­kosten nach­träglich steuerlich geltend machen?

2
Frage und Antwort - Studien­kosten nach­träglich steuerlich geltend machen?
Mit Steuererklärung von Muster­prozess profitieren. © Fotolia / contrastwerkstatt

Maria V. aus Münster: Meine Tochter möchte Studien­kosten für die letzten Jahre von 2012 bis 2015 absetzen und hat keine Einkünfte.

Finanztest: Ihre Tochter kann noch für die letzten vier Jahre (2012 bis 2015) eine Einkommensteuererklärung abgeben, weil sie ohne Einkünfte bisher nicht dazu verpflichtet war.

Die Formulare erhält sie beim Finanz­amt oder sie druckt die Steuererklärung über ein Steuer­programm aus. Eine Online­abgabe ist auch über das Elster-Portal (Elsteronline.de) möglich.

Je nachdem, ob das Studium eine Erst- oder Zweit­ausbildung war, werden die Kosten unterschiedlich behandelt.

Ist das Studium eine Zweit­ausbildung, weil Ihre Tochter vorher eine Ausbildung abge­schlossen hat, handelt es sich bei ihren Aufwendungen für das Studium um Werbungs­kosten. Da keine Einnahmen vorhanden sind, führen diese zu einem Verlust. Sobald sie in folgenden Jahren Einnahmen erzielt, werden diese Verluste in Höhe der Einkünfte verrechnet. Handelt es sich um ein Erst­studium, sind ihre Kosten Sonder­ausgaben. Für die gibt es keine Verlust­fest­stellung.

Zu dieser Ungleichbe­hand­lung sind beim Bundes­finanzhof mehrere Verfahren anhängig. Ihre Tochter sollte die Kosten deshalb als Werbungs­kosten ansetzen. Die Einkommensteuer­bescheide ergehen in dem Punkt vorläufig.

2

Mehr zum Thema

  • Frei­beträge beantragen Sofort mehr Geld

    - Ob Kosten für Arbeitsweg, Kitabeiträge oder Unterhalt – zusätzliche Frei­beträge für solche Ausgaben bringen Angestellten direkt mehr Netto.

  • Kinder­betreuung und Steuern So machen Sie steuerlich alles richtig

    - Ob Kita oder Au-pair – Eltern wollen ihren Nach­wuchs in guten Händen wissen. Aufwendungen für die Aufsicht können sie sich teil­weise über die Steuererklärung zurück­holen.

  • Steuer­jahr 2019 Steuererklärung für Rentner – das müssen Sie wissen

    - Am Finanz­amt führt im Ruhe­stand oft kein Weg vorbei. Doch die Steuern lassen sich auf ein Minimum drücken. Die Steuer­experten der Stiftung Warentest sagen, warum es...

2 Kommentare Diskutieren Sie mit

Nur registrierte Nutzer können Kommentare verfassen. Bitte melden Sie sich an. Individuelle Fragen richten Sie bitte an den Leserservice.

Nutzer­kommentare können sich auf einen früheren Stand oder einen älteren Test beziehen.

Profilbild Stiftung_Warentest am 04.12.2017 um 15:06 Uhr
Einnahmen während des Studiums

@LukasSCH: Der Unterhalt, den Eltern ihren studierenden Kindern gewähren und das Kindergeld, das sie an diese weiterreichen, gehören nicht zum steuerpflichtigen Erwerbseinkommen des Studenten. (maa)

LukasSCH am 03.12.2017 um 21:22 Uhr
Frage bezüglich Einnahmen während des Studiums

Hallo,
Bei mir ist der Fall ähnlich. Ich hätte dazu eine kurze Frage: zählen Unterhaltszahlungen und Kindergeld zu Einkünften? Diese waren bei mir innerhalb des Seuerfreibetrags. Ich stelle mir die Frage, ob ich diese "Einnahmen" bei der nachträglichen Steuererklärung angeben muss oder diese nicht erwähnt werden müssen bzw dürfen. Vielen Dank für die schnelle Antwort!