Frage und Antwort Studien­kosten nach­träglich steuerlich geltend machen?

15.03.2016
Frage und Antwort - Studien­kosten nach­träglich steuerlich geltend machen?
Mit Steuererklärung von Muster­prozess profitieren. © Fotolia / contrastwerkstatt

Maria V. aus Münster: Meine Tochter möchte Studien­kosten für die letzten Jahre von 2012 bis 2015 absetzen und hat keine Einkünfte.

Finanztest: Ihre Tochter kann noch für die letzten vier Jahre (2012 bis 2015) eine Einkommensteuererklärung abgeben, weil sie ohne Einkünfte bisher nicht dazu verpflichtet war.

Die Formulare erhält sie beim Finanz­amt oder sie druckt die Steuererklärung über ein Steuer­programm aus. Eine Online­abgabe ist auch über das Elster-Portal (Elsteronline.de) möglich.

Je nachdem, ob das Studium eine Erst- oder Zweit­ausbildung war, werden die Kosten unterschiedlich behandelt.

Ist das Studium eine Zweit­ausbildung, weil Ihre Tochter vorher eine Ausbildung abge­schlossen hat, handelt es sich bei ihren Aufwendungen für das Studium um Werbungs­kosten. Da keine Einnahmen vorhanden sind, führen diese zu einem Verlust. Sobald sie in folgenden Jahren Einnahmen erzielt, werden diese Verluste in Höhe der Einkünfte verrechnet. Handelt es sich um ein Erst­studium, sind ihre Kosten Sonder­ausgaben. Für die gibt es keine Verlust­fest­stellung.

Zu dieser Ungleichbe­hand­lung sind beim Bundes­finanzhof mehrere Verfahren anhängig. Ihre Tochter sollte die Kosten deshalb als Werbungs­kosten ansetzen. Die Einkommensteuer­bescheide ergehen in dem Punkt vorläufig.

15.03.2016
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