Helmut B. aus Köln: Meine Frau hat sich neulich in eine freie Park­lücke gestellt, um sie für mich frei zu halten. Ein anderer Auto­fahrer kam mir jedoch zuvor und fuhr forsch hinein. Dabei bedrängte er meine Frau so stark, dass sie fast auf seiner Motorhaube landete. Darf er das?

Finanztest: Natürlich nicht, das war Nötigung. Der andere Auto­fahrer hat klar rechts­widrig gehandelt. Wer durch forsches und schnelles Fahren die Freigabe eines Park­platzes erzwingt, macht sich wegen Nötigung strafbar. Geregelt ist das in Paragraf 240 des Strafgesetz­buches. Bleibt durch das plötzliche Anfahren einem anderen Menschen keine Zeit mehr, zur Seite zu treten, gilt das als Gewalt, durch die dieser Mensch erheblich gefährdet wird.

Aber auch das Freihalten eines Stell­platzes ist nicht erlaubt. In der Straßenverkehrs­ordnung Paragraf 12 heißt es, dass an einer Park­lücke derjenige Vorrang hat, der sie zuerst unmittel­bar erreicht. Der Vorrang bleibt erhalten, wenn der Berechtigte an der Park­lücke vorbeifährt, um rück­wärts einzuparken.

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