Frage und Antwort Steuerpflicht für Anleger

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Denis W., Augsburg: Ich habe im jüngsten Finanztest-Heft gelesen, dass Arbeitnehmer und Pensionäre für das Jahr 2009 eine Steuererklärung machen müssen, wenn sie Neben­einkünfte über 410 Euro haben. Muss ich die Zinsen, die ich mit meiner Frau erhalten habe, mitzählen?

Finanztest: Nein, Arbeitnehmer und Pensionäre müssen Kapitaleinkünfte bei der Prüfung der 410-Euro-Grenze nicht berücksichtigen. Es kann aber sein, dass Sie dem Finanzamt für Ihre Kapitaleinkünfte noch Steuern schulden und deshalb eine Einkommensteuererklärung abgeben müssen. Wenn Sie mit Ihrer Frau in Deutschland Kapitaleinnahmen erzielen, haben Sie dafür sicher Freistellungsaufträge bis zum Sparerpauschbetrag von 1 602 Euro im Jahr erteilt. Für die Zinseinkünfte darüber hat Ihre Bank 2009 normalerweise 25 Prozent Abgeltungsteuer an das Finanzamt überwiesen. Dann ist keine Steuererklärung nötig.

Sie können aber auch Kapitaleinkünfte haben, für die das Finanzamt keine Abgeltungsteuer erhalten hat. Das passiert, wenn Sie Geldanlagen auf Auslandskonten haben, Zinsen für Privatdarlehen oder Auslandsfonds kassieren, die in deutschen Depots liegen und Kapitalerträge wiederanlegen (thesaurieren). Die Einkünfte gehören in die Steuererklärung, wenn der Sparerpauschbetrag von 1 602 (Alleinstehende: 801) Euro im Jahr ausgeschöpft ist.

Beispiel. Nehmen wir einmal an, Sie ­haben in Deutschland 2 000 Euro und im Ausland 1 000 Euro Zinsen erzielt. Für die inländischen Zinsen lag ein Freistellungsauftrag bis zum Pauschbetrag von 1 602 Euro vor. Für den Rest von 398 ­Euro hat Ihre Bank 25 Prozent Abgeltungsteuer abgeführt. Die ausländischen Zinseinkünfte versteuern Sie über die Steuererklärung, weil der Pauschbetrag überschritten ist. Sie geben sie auf der Anlage KAP an und tragen dort außerdem den beanspruchten Sparerpauschbetrag von 1 602 Euro ein. Dann fordert das Finanzamt für die 1 000 Euro Auslandszinsen 250 Euro Abgeltungsteuer plus Solidaritätszuschlag.

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