Maria Z., Bremen: Ich werde in Rente gehen und eine Altersversorgung aus der Unterstützungskasse des Betriebs erhalten. Die 140 000 Euro lasse ich mir auszahlen. Müssen mein Mann und ich sie regulär versteuern?

Finanztest: Nicht unbedingt. Für Einmalzahlungen aus Unterstützungskassen verlangt das Finanzamt oft weniger Steuern als für das reguläre Einkommen.

Die 140 000 Euro sind zwar steuerpflichtiger Lohn. Sie erhalten das Geld aber für Ihre mehrjährige Tätigkeit und können von der Fünftelregelung profitieren.

Der Arbeitgeber nimmt die Regelung, wenn sie günstiger ist. Das tut auch das Finanzamt nach der Steuererklärung. Vorher wird die Einmalzahlung um einen Versorgungsfreibetrag und eine Werbungskostenpauschale gekürzt. Bei Rentenbeginn in 2009 gehen zusammen 3 378 Euro ab. Es bleiben 136 622 Euro.

Die Fünftelregelung funktioniert dann so: Das Finanzamt erhöht das Einkommen, das Sie versteuern müssen, um ein Fünftel der Einmalzahlung. Die Steuern für die Summe kürzt es um die Steuern für das eigentliche Einkommen. Das Ergebnis mal fünf ist Ihre Steuer für die Einmalzahlung.

Versteuern Sie 40 000 Euro, zahlen Sie 5 518 Euro Steuer. Müssen sie 27 324 (ein Fünftel von 136 622) Euro mehr versteuern, steigt die Steuer auf 13 778 Euro. Das sind 8 260 Euro mehr. Das Fünffache, 41 300 Euro, verlangt das Finanzamt für die Einmalzahlung. Addiert mit den 5 518 Euro für Ihr eigentliches Einkommen, zahlen Sie 46 818  Euro. Ohne Fünftelregelung wären es 58 052 Euro. Dazu kommt der Solidaritätszuschlag.

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