Silke H. aus Kiel: Mein Mann und ich haben 100 000 Euro für fünf Jahre fest zu 5 Prozent Zinsen angelegt und bei derselben Bank ein Tages­geld­konto mit 50 000 Euro zu aktuell 1,5 Prozent Zinsen. Die Zinsen des Fest­gelds werden mitverzinst. Wir haben der Bank den maximalen Frei­stellungs­auftrag über 1 602 Euro erteilt. Nun hat sie die Tages­geldzinsen zuerst verrechnet. Ausgerechnet die Fest­geldzinsen, die mit 5 Prozent weiterverzinst werden, hat sie durch Steuer­abzüge gekürzt. Ist das rechtens?

Finanztest: Ja, das ist rechtens und in Ihrem Fall besonders ärgerlich, weil Sie die 1 602 Euro nicht voll für das Konto mit den Zinseszins­erträgen nutzen können – im Laufe von fünf Jahren verlieren Sie so gut 840 Euro.

Mit dem Sparerpausch­betrag werden immer die Zinsen zuerst verrechnet, die zuerst fällig sind. Bei vielen Tages­geld­konten werden die Zinsen monatlich, viertel- oder halb­jähr­lich gutgeschrieben. Dadurch wird der Sparerpausch­betrag im Laufe des Jahres kleiner. Der Rest des Pausch­betrags wird dann am Jahres­ende mit den Erträgen des Fest­geld­kontos verrechnet.

Tipp: Wenn Sie den Steuerfrei­betrag nur für die Erträge aus Ihrem Fest­geld­konto nutzen möchten, richten Sie Ihr Tages­geld­konto bei einer anderen Bank ein. Gute Angebote finden Sie im Produktfinder Tagesgeld.

Dieser Artikel ist hilfreich. 7 Nutzer finden das hilfreich.