Reiner S., Ketzin: Ich arbeite als Selbstständiger. Muss ich Computer, Büromöbel und andere bewegliche Wirtschaftsgüter, die ich nach 2010 kaufe, anders als bisher abschreiben?

Finanztest: Ja, es gibt Änderungen. Das Finanzamt erkennt 2011 den Kaufpreis nur noch linear mit gleichen Raten an. Eine 9 100 Euro teure Büroeinrichtung müssen Sie dann 13 Jahre lang mit 7,7 Prozent (100 Prozent : 13) jährlich abschreiben. Schaffen Sie die Möbel noch im Dezember an, dürfen Sie alternativ die degressive Abschreibung wählen. Sie beträgt das 2,5-fache der linearen Abschreibungsrate, aber maximal 25 Prozent. Für die Büromöbel haben Sie einen Abschreibungssatz von rund 19,2 Prozent (7,7 x 2,5). Für das volle Jahr setzen Sie vom 9 100 Euro hohen Preis 1 750 Euro ab. Kaufen Sie im Dezember, erkennt das Finanzamt 145 (1 750 : 12) Euro an. Künftig schreiben Sie dann rund 19,2 Prozent vom Restwert ab. Der beträgt nächstes Jahr 8 955 (9 100 – 145) Euro. 2011 setzen Sie deshalb 1 722 Euro ab. Wird die lineare Abschreibung günstiger, gehen Sie dazu über. Weitere 20 Prozent der Anschaffungskosten – 1 820 Euro für die Möbel – berücksichtigt das Finanzamt sofort oder über fünf Jahre als Sonderabschreibung. Bisher darf Ihr Betriebsvermögen dafür bis zu 335 000 Euro oder Ihr Jahresgewinn bis zu 200 000 Euro betragen. 2011 sind es 235 000 oder 100 000 Euro.

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