Brigitte M. aus Koblenz: Ich habe 2005 meine Lebensversicherung gekündigt und gehört, dass ich vielleicht zu wenig Geld bekommen habe. Kann ich da noch etwas machen?

Finanztest: Ja, Sie können womöglich eine Nachzahlung bekommen, müssen sich aber beeilen. Ansprüche aus Versicherungen verjähren nach fünf Jahren. Die Frist beginnt mit dem Ende des Jahres, in dem die Auszahlung erfolgte oder verweigert wurde. Sie endet fünf Jahre später, in Ihrem Fall also am 31. Dezember 2010.

Ein Urteil, auf das Sie sich stützen können, stammt vom 12. Oktober 2005 (Az. IV ZR 162/03, IV ZR 177/03 und IV ZR 245/03). Darin erklärte der Bundesgerichtshof (BGH) mehrere Klauseln zum Rückkaufswert und zu Stornoabzügen, die bis 2001 in Verträgen verwendet wurden, für unklar und nichtig. Das Oberlandesgericht Hamburg (Az. 9U 236/09, 235/09, 233/09, 20/10) hat auch die Ersatzklauseln, die von den meisten Versicherern von 2001 bis 2007 verwendet wurden, verworfen. Dieses Urteil ist nicht rechtskräftig.

Eine Nachzahlung müssen Sie formlos schriftlich verlangen – am besten per Einschreiben mit Rückschein. Berufen Sie sich auf die Rechtslage und fordern Sie den Versicherer auf, Ihnen „die Hälfte des ungezillmerten Deckungskapitals, die Überschussbeteiligung, den zu Unrecht verlangten Stornoabzug und die Zinsen zu zahlen“.

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