Henry Weisser, Obernheim: Ebay verpflichtet neuerdings Verkäufer bestimmter Artikel, die Versandkosten zu tragen. Ist das rechtens?

Finanztest: Ja, es ist rechtens, auch wenn sich viele Verkäufer ärgern, dass sie den Versand bezahlen sollen.

Ebay hat die neuen Regeln bereits für viele Waren aus den Verkaufsgruppen Kleidung, Hifi, Foto, Camcorder oder auch Computer eingeführt. Am 19. Oktober 2009 kommen noch sehr viele Artikel wie Bücher, Comics, Magazine, Filme und DVDs und CDs hinzu.

Verkäufer, die Ware zum Startpreis von 1 Euro anbieten, können aufgrund der Regelung jetzt Verlust machen. Kommen nicht genug Gebote zusammen, damit es wenigstens für die Versandkosten reicht, machen sie Minus.

Setzen die Verkäufer den Startpreis zur Sicherheit höher an, müssen sie an ebay Gebühren bezahlen. Denn sie dürfen nur Angebote mit dem Startpreis von 1 Euro gebührenfrei einstellen.

Ebay begründet die neuen Regeln damit, dass Angebote mit kostenlosem Versand für Kunden viel attraktiver seien, und hofft offenbar auf mehr Handel. Doch private Verkäufer dürften es sich nun zweimal überlegen, ob sie noch geringwertige Sachen wie gebrauchte Bücher oder CDs auf dem Marktplatz anbieten. Der Flohmarktcharakter, den ebay einst hatte, geht verloren.

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