Astrid W. aus Bremen: Ich halte seit Jahren meinen Bullterrier Michi in der Wohnung, ohne dass es deshalb Probleme mit den Nachbarn gab. Nun schreibt mir der Vermieter, dass künftig die Haltung von Kampfhunden im Haus untersagt ist. Muss ich Michi jetzt ins Tierheim geben?

Finanztest: Wenn Ihr Vermieter darauf besteht: Ja. Das Landgericht Nürnberg-Fürth machte in einem ähnlichen Fall klar, dass die Haltung von Kampfhunden in Mietwohnungen selbst dann verboten werden kann, wenn der Mietvertrag allgemein das Halten von Haustieren erlaubt. Es sei egal, ob der Hund bisher völlig zahm und verspielt gewesen sei, denn die Hunderasse sei nun mal gefährlich und unberechenbar, meinten die Richter (Az. 7 S 3264/90).

Steht ausdrücklich im Vertrag, dass das Halten von Hunden oder speziellen Hunderassen verboten oder von der Erlaubnis des Vermieters abhängig ist, kann Ihr Kampfhund erst recht aus dem Haus verbannt werden. Selbst wenn Ihr Vermieter Ihnen zunächst die Haltung des Vierbeiners erlaubt hat, darf er das im Nachhinein wieder zurücknehmen.

Statt den Hund wegzugeben oder umzuziehen, könnten Sie allerdings versuchen, sich mit dem Vermieter zu einigen. Schlagen Sie vor, den Hund nur angeleint und mit Maulkorb aus der Wohnung zu lassen. Auch das Zeugnis einer Hundeschule kann Vertrauen schaffen. Vielleicht darf Michi dann bleiben.

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