Frage und Antwort Meldung

Jürgen P. aus Bonn: Meine Frau und ich haben 2013 jeder 100 Euro aus dem Bonus­programm unserer gesetzlichen Kranken­versicherung erhalten. Das Geld gab es, nachdem wir Rechnungen für neue Brillen einge­reicht hatten, als „Zuschuss für die Kosten­erstattung von privat finanzierten Vorsorge- und Gesund­heits­maßnahmen“. Die Kasse meldete beide Boni dem Finanz­amt. Auch wir sollen die 200 Euro dort abrechnen. Muss das sein?

Finanztest: Das hängt von der Art der Kassen­leistung ab. Haken Sie deshalb am besten noch mal bei Ihrer Krankenkasse nach, warum sie die Boni als Fall für das Finanz­amt einge­stuft hat.

Ersetzt die Kasse Ihnen nur einen Teil Ihrer Krank­heits­kosten, müssen Sie das Geld nicht versteuern. Zuschüsse für alternative Arznei­mittel, die Behand­lung beim Osteopa­then oder den Besuch von Gesund­heits­kursen sind zum Beispiel kein Fall für die Steuererklärung.

Anders sieht das aus, wenn Sie eine Prämie nach Paragraf 53 oder einen Bonus nach Paragraf 65 a fünftes Sozialgesetz­buch erhalten haben, weil Sie regel­mäßig Angebote zur Früh­erkennung oder Prävention von Krankheiten nutzen. In diesem Fall müssen Sie Zahlungen der Kasse in der Einkommensteuererklärung abrechnen.

Auch Ihre Frau muss ihren Bonus angeben. Ob sie selbst Mitglied oder mitversichert ist, spielt keine Rolle. Das Finanz­amt zieht dann beide Boni von dem Kranken­versicherungs­beitrag ab, den Sie als Sonder­ausgaben absetzen können.

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