Emma G. aus Rostock: Stimmt es, dass ein Hausrat­versicherer nach einem Einbruch den Schaden nicht oder nur anteilig reguliert, wenn keine korrekte Liste mit den gestohlenen Sachen einge­reicht wird?

Finanztest: Ja, das kann passieren. In ihren Klauseln schreiben die Hausrat­versicherer vor, dass Geschädigte nach einem Einbruch unver­züglich ein Verzeichnis der abhanden gekommenen Sachen bei der Polizei und beim Versicherer einreichen müssen (siehe Test „Hausratversicherungen“).

Über diese „Stehl­gutliste“ gibt es häufig Streit: Ein Mann blieb zum Beispiel nach einem Einbruch auf einem Schaden von 5 100 Euro sitzen, weil er trotz Aufforderung bei der Polizei keine Stehl­gutliste einreichte (Amts­gericht München, Az. 113 C 7440/10).

In einem anderen Fall unterlag der Versicherer. Er musste 28 500 Euro ersetzen, obwohl der Geschädigte die Liste zwei Monate verspätet einreichte. Der Nach­weis über den Wert des gestohlenen Schmucks war aufwendig. Der Versicherer hätte darauf hinweisen müssen, dass er bei Verspätung nicht zahlt, urteilten Ober­landes­richter in Karls­ruhe (Az. 12 U 89/11).

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