Jörg K., Ulm: Ich habe meine Steuererklärung ohne Belege für die Kindergartenbeiträge und Handwerkerleistungen im Haushalt, die ich absetzen will, eingereicht. Ich war der Meinung, das Finanzamt meldet sich, wenn es Nachweise haben will. Das ist nicht passiert. Die Kosten sind einfach unter den Tisch gefallen. Ist das korrekt?

Finanztest: Nein, die Mitarbeiter Ihres Finanzamts haben sich nicht richtig verhalten. Das kommt immer wieder vor.

Dabei müssen die Finanzämter bei jedem Steuerzahler davon ausgehen, dass seine Angaben stimmen. Der Sachbearbeiter darf Kosten nicht einfach streichen, nur weil keine Belege vorliegen. Hat er Zweifel, muss er Nachweise anfordern. Beschweren Sie sich und weisen Sie Ihr Finanzamt auf den Anwendungserlass zu den Paragrafen 88 und 173 der Abgabenordnung und auf die Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs hin (Az. V R 21/66, VI B 4/04).

Bei allen, die ihre Steuererklärung im Internet mit dem Programm Elster abgeben, verzichtet die Finanzverwaltung ausdrücklich auf viele Belege. Das steht in den Informationen für Arbeitnehmer auf der Internetseite www.elster.de.

Als Internetnutzer müssen Sie nur gesetzlich vorgeschriebene Belege wie Spendenbescheinigungen oder Behindertenausweise einreichen. Will das Finanzamt mehr, muss es nachfragen.

Fordern Sie, dass Ihre Kindergartenbeiträge und Handwerkerkosten anerkannt werden und legen Sie Einspruch ein. Das muss nach dem Steuerbescheid binnen einem Monat passieren. Geben Sie jetzt Ihre Belege mit ab, sonst verzögert sich die Steuerersparnis noch mehr.

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