Kai Fitzek, Söhrewald: Ich habe beantragt, dass die Frist für meine Steuererklärung über den 31. Mai hinaus verlängert wird. Mir fehlte noch die Steuerbescheinigung der Bank. Mein Finanzamt in Kassel hat den Antrag abgelehnt. Gleichzeitig erhielt ich ein Informationsblatt. Darin steht, dass fehlende Belege wie Bankbescheinigungen oder Verwalterabrechnungen für Wohneigentum keine Verlängerung begründen. Stimmt das?

Finanztest: Jein. Die Finanzämter sind zwar gesetzlich nicht verpflichtet, die Frist für die Steuererklärung zu verlängern, wenn Belege fehlen. In Berlin, Brandenburg und anderen Regionen räumen sie aber recht großzügig spätere Abgabetermine ein. Es gibt jedenfalls keine bundesweite Anweisung, Anträge abzulehnen. Jedes Finanzamt entscheidet nach eigenem Ermessen.

Da Ihr Finanzamt die Steuererklärung verlangt, sollten Sie die Unterlagen abgeben. Schreiben Sie dazu, dass Sie die Bankbescheinigung nachreichen.

Kommt Ihr Steuerbescheid und die Bescheinigung ist immer noch nicht da, schauen Sie vorne im Bescheid nach, ob er unter dem „Vorbehalt der Nachprüfung“ steht. Wenn das der Fall ist, können Sie Belege nachreichen.

Fehlt der Vorbehalt, sollten Sie innerhalb eines Monats Einspruch einlegen und beantragen, dass Ihr Bescheid offenbleibt, bis die Bankbescheinigung vorliegt. Dann kann Ihnen nichts passieren.

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