David H., Berlin: Kann ich als Mieter die Heizkostenabrechnung vom Vermieter anfechten, wenn der Wärmezähler seit mehr als 15 Jahren nicht ausgewechselt worden ist?

Finanztest: Ja. Wärmezähler müssen ­alle fünf Jahre neu geeicht werden. In der Regel werden sie ausgewechselt. Die fünfjährige Eichfrist beginnt aber erst nach Ablauf des Jahres, in dem der Wärmezähler geeicht wurde.

„Ein Wärmezähler, dessen Eichfrist abgelaufen ist, ist rechtlich nicht zulässig“, sagt Cornelia Müller vom Messdienstleistungsunternehmen Techem. Deshalb kann der Mieter die Abrechnung der Heizkosten vom Vermieter anfechten. „Ein Messgerät, das nicht mehr geeicht ist, kann falsche Messergebnisse liefern. Bei einem 15 Jahre alten Wärmezähler wird das mit hundertprozentiger Sicherheit der Fall sein“, erläutert Wolfgang Gaertner von der Messdienstleistungsfirma Ista.

Der Mieter kann die Heizkostenabrechnung innerhalb von zwölf Monaten nach Erhalt reklamieren. Weil nicht festgestellt werden kann, ob der Zähler zu viel oder zu wenig zählt, bleibt nur eine Pauschalabrechnung. Von Ihrer Abrechnung ­können Sie dann nach Paragraph 12 der Heizkostenverordnung einfach 15 Prozent abziehen.

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