Hans F., Fulda: Unser ehemaliger Vermieter fordert 150 Euro Betriebs­kosten nach, weil die Gemeinde erst jetzt rück­wirkend die Grund­steuer erhöht hat. Müssen wir zahlen, obwohl wir schon längst ausgezogen sind?

Finanztest: Ja, sofern die Grund­steuererhöhung für die Zeit gilt, in der Sie noch im Haus des Vermieters gewohnt haben und die Forderung nicht verjährt ist. Der Vermieter kann in der Regel zwar nur inner­halb von zwölf Monaten nach Ende des Abrechnungs­zeitraums Betriebs­kosten nach­fordern. Diese Frist gilt aber nur für verspätete Nach­forderungen, die er zu vertreten hat. Er kann aber nichts dafür, wenn die Gemeinde die Steuer für vergangene Jahre anhebt.

Deshalb dürfen Haus­eigentümer den erhöhten Betrag auch später noch von ihrem Exmieter verlangen, solange die allgemeine Verjährungs­frist von drei Jahren noch nicht vorbei ist (Land­gericht Rostock, Az. 1 S 200/08). Diese Frist beginnt mit Ablauf des Kalender­jahres, in dem Ihnen der Vermieter die Betriebs­kosten­abrechnung für den betreffenden Abrechnungs­zeitraum zuge­schickt hat. Haben Sie im Jahr 2007 die Abrechnung für das Jahr 2006 erhalten, müssen Sie jetzt keine Änderung mehr akzeptieren.

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