Klara K., Garbsen: Ich habe Zinsen in der Steuererklärung abgerechnet und die Günstigerprüfung beantragt. Das Finanzamt schreibt jetzt, dass es bei der Abgeltungsteuer bleibt, weil mein Grenzsteuersatz über 25 Prozent liegt. Darum bekäme ich auch den Altersentlastungsbetrag nicht. Stimmt das?

Finanztest: Nein, die Begründung ist nicht richtig. Es gibt Anleger, die ihre Kapitaleinkünfte besser mit ihrem Grenzsteuersatz versteuern, obwohl dieser über 25 Prozent liegt. Sie erhalten dann auch den Altersentlastungsbetrag, wenn sie über 64 Jahre alt sind.

Beispiel Ein 70-jähriger Witwer hat 2009 ein Einkommen von 48 000 Euro. Sein Grenzsteuersatz beträgt fast 40 Prozent. Dazu kommen 4 000 Euro Zinseinkünfte, nachdem der Sparerpauschbetrag abgezogen ist. 2 400 Euro bleiben nach Abzug des Altersentlastungsbetrags. Der beträgt für den 70-Jährigen 1 600 Euro (40 Prozent der Kapitaleinkünfte, maximal 1 900 Euro). Der Mann versteuert 50 400 (48 000 + 2 400) Euro und zahlt 13 114 Euro Steuern. Ohne Zinseinkünfte wären es 971 Euro weniger. Das Finanzamt hat für die Zinsen aber 1 000 Euro (25 Prozent von 4 000) Abgeltungsteuer erhalten. Es zahlt 29 Euro plus Solidaritätszuschlag zurück.

Tipp. Wenden Sie sich an einen Steuerberater oder Lohnsteuerhilfeverein, wenn Sie sicher sein wollen, das Ihr Finanzamt richtig gerechnet hat.

Dieser Artikel ist hilfreich. 223 Nutzer finden das hilfreich.