Rolf K., Köln: Sie schreiben in Finanztest 6/09, dass kein Einspruch gegen den Steuerbescheid nötig ist, wenn das Finanzamt das Arbeitszimmer ablehnt, weil es einen Vorläufigkeitsvermerk gibt. Jetzt habe ich gelesen, dass der nicht ausreicht. Stimmt das?

Finanztest: Ja, es hat sich inzwischen gezeigt, dass Sie besser doch Einspruch einlegen sollten. Verweisen Sie auf die Musterklage des Lehrers vor dem Bundesfinanzhof (BFH), der die Kosten für sein Arbeitszimmer wieder abziehen will, weil er keinen anderen Platz zur Vorbereitung hat (Az. VI R 13/09). Beantragen Sie zugleich Ruhen des Verfahrens bis zur Entscheidung.

Der Vorläufigkeitsvermerk bezieht sich zwar auf dieses Verfahren. Fraglich ist aber, ob er Ihnen auch dann etwas nützt, wenn der Lehrer zwar gewinnt, aber der BFH das derzeitige Recht für verfassungsgemäß hält und die Verwaltung es nur falsch anwendet.

Das wäre zum Beispiel der Fall, wenn der BFH entscheidet, dass der Lehrer neben der Schule in seinem Arbeitszimmer einen beruflichen Mittelpunkt hat. Dann müsste das Finanzamt die Kosten dieses einen Klägers voll anerkennen, aber Sie hätten nicht sicher etwas davon.

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