Hans B. aus Ketzin: Es heißt ja, dass Anleger Abgeltung­steuer zurück­holen können, wenn ihr Steu­ersatz unter 25 Prozent liegt. Bei mir hat das nicht geklappt, obwohl ich in der Steuererklärung die Güns­tiger­prüfung beantragt habe und mein Steu­ersatz laut Steuer­bescheid nur rund 16 Prozent beträgt. Soll ich Einspruch einlegen?

Nein, Sie gehen vom falschen Steu­ersatz aus. Die rund 16 Prozent sind der Durch­schnitts­steu­ersatz für Ihr Einkommen. Müssen Sie 2012 als Single 24 500 Euro versteuern, zahlen Sie 3 960 Euro Einkommensteuer. Das sind rund 16 Prozent (3 960 x 100 : 24 500). Nur wenn Sie Lohn­ersatz­leistungen erhalten haben, finden Sie diesen Steu­ersatz im Steuer­bescheid. Er hat nichts mit dem Grenz­steu­ersatz zu tun. Den nimmt das Finanz­amt, wenn es wissen will, ob Sie mit der Abgeltung­steuer von 25 Prozent besser abschneiden.

Der Grenz­steu­ersatz ist für die letzten Euro des Einkommens fällig und beträgt 29 Prozent, wenn Sie 24 500 Euro versteuern müssen. Kommen 1 000 Euro Kapital­einkünfte dazu, erhöht sich die Einkommensteuer um 292 Euro (29,2 Prozent). Die Abgeltung­steuer von 250 Euro (25 Prozent) ist güns­tiger.

Tipp: Sie können mit unserem Rechner im Internet unter www.test.de/Grenzsteuersatz den Grenz­steu­ersatz für Ihr Einkommen ermitteln.

Dieser Artikel ist hilfreich. 2 Nutzer finden das hilfreich.