Gustav G. aus Hameln: Von meiner privaten Kranken­versicherung habe ich im Jahr 2012 rund 1 000 Euro Beitrag erstattet bekommen, weil ich keine Leistungen bean­sprucht habe. Ich habe aber Arzt­kosten von 600 Euro selbst bezahlt. Ich weiß, dass ich die Erstattung in der Steuererklärung angeben muss. Kann ich auch meine Kosten abrechnen?

Finanztest: Ja, Ausgaben für ärzt­liche Behand­lungen sind Krank­heits­kosten, die das Finanz­amt als außergewöhnliche Belastung anerkennt. Steuern sparen Sie aber nur mit dem Teil, der über Ihre zumut­bare Belastung hinaus­geht. Diese steigt mit der Höhe Ihrer Einkünfte.

Schon wenn Sie allein­stehend sind, ein Kind haben und Einkünfte von 30 000 Euro im Jahr erzielen, beträgt die zumut­bare Belastung 900 Euro. Für Ihre 600 Euro Arzt­kosten allein bekämen Sie keinen Steuer­vorteil. Erst wenn Sie Krank­heits­kosten von mehr als 900 Euro nach­weisen, sparen Sie mit dem Betrag über der Grenze Steuern.

Trotzdem müssen Sie Erstattungen für den Basis­schutz der Kranken­versicherung in der Steuererklärung angeben. Das Finanz­amt zieht diese vom Kranken­versicherungs­beitrag ab, den Sie 2012 als Sonder­ausgaben absetzen können. Sinkt der Beitrag um 1 000 Euro, müssen Sie bei 30 Prozent Grenz­steu­ersatz auf 300 Euro Steuerersparnis verzichten. Von der Beitrags­erstattung bleiben Ihnen nur 700 Euro, wenn Sie keine weiteren Krank­heits­kosten in der Steuererklärung nach­weisen können.

Dieser Artikel ist hilfreich. 5 Nutzer finden das hilfreich.