M. Franke aus Potsdam: Ich habe im Jahr 2010 Aktien gekauft, die jetzt nicht mehr an der Börsen gehandelt werden, weil das Unternehmen pleiteging. Kann ich den Verlust mit anderen Gewinnen verrechnen?

Finanztest: Leider nein. Ihre Bank darf den Verlust nicht berück­sichtigen, weil das Ausbuchen der wert­losen Aktien nach einer Pleite steuerlich nicht als Veräußerung zählt. Das schreibt das Bundes­finanz­ministerium vor (Az. IV C 1 – S 2252/10/10013, Randziffern 60 und 63). Nur die Verluste aus einem echten Verkauf zählen beim Finanz­amt.

Aber es gibt noch Chancen. Das Finanzge­richt Rhein­land-Pfalz hat erst­mals gegen die starre Haltung der Finanzbehörde entschieden. Es erkannte 12 884 Euro Verluste an, die ein Anleger für seine wert­los ausgebuchten Aktien geltend gemacht hat. Das Aktien­unternehmen, ein amerikanischer Finanz­dienst­leister, hatte es im Jahr 2009 nicht durch die Finanz­krise geschafft. Auch ein Total­verlust müsse steuerlich zählen, sagt das Gericht (Az. 2 K 2096/11). Endgültig muss der Bundes­finanzhof entscheiden (Az. VIII R 69/13).

In das Verfahren sollten Sie sich einklinken und Ihre Verluste geltend machen. Lehnt Ihr Finanz­amt ab, legen Sie Einspruch ein und beantragen Ruhen des Verfahrens bis zum Urteil.

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