Gerda Küsel, Hamburg: 1982 kauften mein Mann und ich je zur Hälfte ein kleines Reihenhaus und erhielten dafür einmal komplett Eigenheimförderung. Damit die bei mir lebenden drei Kinder ihr Zuhause behalten, habe ich 1998 nach unserer Trennung meinem Mann seine Haushälfte abgekauft. Erhalte ich dafür Eigenheimzulage?

Finanztest: Leider nein. Ehepaare, die dauernd getrennt leben, behandelt das Finanzamt wie Junggesellen. Aus Sicht der Beamten zerfällt ein Haus, das beiden gemeinsam gehört hat, durch die Trennung in zwei Objekte. Haben die Expartner dafür zu intakten Ehezeiten einmal komplett Eigenheimförderung erhalten, hat jeder seinen Anspruch voll ausgeschöpft. Damit gibt es für die Haushälfte, die Sie Ihrem Mann nach der Trennung abgekauft haben, keine Förderung mehr ­ auch wenn Sie als Ehepaar noch einmal Eigenheimförderung gutgehabt hätten.

Eheleute, die getrennte Wege gehen, haben in diesem Fall nur eine Chance: Einer muss dem anderen vor der Trennung seine Immobilienhälfte übertragen. Dann erhält zumindest derjenige, der sein Eigentum weggibt, für ein neues Objekt Eigenheimzulage. Das klappt aber nur, wenn zum Zeitpunkt der Übertragung noch die Voraussetzungen für die gemeinsame Veranlagung erfüllt sind. Letzter Termin ist also das Jahr der Trennung.

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