Frage & Antwort Zu hohe Freistellungsaufträge für Zinsen

0

Artur Quast, Braunschweig

Ich habe für meine Zinsen mehrere Freistellungsaufträge erteilt. Was kann mir passieren, wenn ich aus Versehen das steuerfreie ­Limit von 1 601 Euro überschritten habe?

Finanztest: Das hängt davon ab, wie viel Zinsen Sie von allen Instituten zusammen erhalten. Sind es höchstens 1 601 Euro im Jahr, passiert gar nichts. Die Institute melden dem Bundesamt für Finanzen nicht die Höhe der Freistellungsaufträge, sondern nur die Kapitaleinnahmen, die ihre Kunden wirklich bekommen haben. Wenn die Zinsen in Ihrem Fall das steuerfreie Limit nicht überschreiten, ist alles in Ordnung.

Entdecken die Beamten aber, dass es über 1 601 Euro waren, können sie Ihr Finanzamt informieren. Das wird Ihre Steuerakte prüfen und Sie zur Angabe Ihrer Kapitaleinnahmen auffordern, wenn Sie diese in der Steuererklärung nicht richtig abgerechnet haben.

Sind dem Fiskus dadurch Steuern entgangen, müssen Sie diese nachzahlen. Das Finanzamt kann außerdem Nachzahlungszinsen verlangen, bei größeren Summen Geldbußen festsetzen und bei Vorsatz sogar Geldstrafen verhängen. Doch so weit müssen Sie es nicht kommen lassen. Geben Sie vergessene Kapitaleinnahmen nachträglich beim Finanzamt an, bevor es Ihnen auf die Spur kommt. Dann kommen Sie ohne Buße oder Strafe davon.

0

Mehr zum Thema

  • Steuererklärung 2020 Abrechnen in Corona-Zeiten – so gehts

    - Als Folge der Corona-Pandemie müssen Angestellte, Familien, Rentne­rinnen und Rentner beim Ausfüllen der Steuererklärung 2020 einige Besonderheiten beachten.

  • Steuer­änderungen 2022 Steuer-Checkup 2022

    - Alle profitieren: Der Grund­frei­betrag wird zum zweiten Mal 2022 erhöht. Für Arbeitnehmer steigt die Jobkostenpauschale auf 1200 Euro, Fernpendler setzen mehr pauschal ab.

  • Fonds­besteuerung Abrechnungen verstehen, Gewinne ermitteln

    - Seit 2018 gilt neues Recht bei der Besteuerung von Investmentfonds. Viele Anleger verstehen seitdem ihre Abrechnungen nicht mehr. Wir erklären sie Schritt für Schritt.

0 Kommentare Diskutieren Sie mit

Nur registrierte Nutzer können Kommentare verfassen. Bitte melden Sie sich an. Individuelle Fragen richten Sie bitte an den Leserservice.