Artur Quast, Braunschweig

Ich habe für meine Zinsen mehrere Freistellungsaufträge erteilt. Was kann mir passieren, wenn ich aus Versehen das steuerfreie ­Limit von 1 601 Euro überschritten habe?

Finanztest: Das hängt davon ab, wie viel Zinsen Sie von allen Instituten zusammen erhalten. Sind es höchstens 1 601 Euro im Jahr, passiert gar nichts. Die Institute melden dem Bundesamt für Finanzen nicht die Höhe der Freistellungsaufträge, sondern nur die Kapitaleinnahmen, die ihre Kunden wirklich bekommen haben. Wenn die Zinsen in Ihrem Fall das steuerfreie Limit nicht überschreiten, ist alles in Ordnung.

Entdecken die Beamten aber, dass es über 1 601 Euro waren, können sie Ihr Finanzamt informieren. Das wird Ihre Steuerakte prüfen und Sie zur Angabe Ihrer Kapitaleinnahmen auffordern, wenn Sie diese in der Steuererklärung nicht richtig abgerechnet haben.

Sind dem Fiskus dadurch Steuern entgangen, müssen Sie diese nachzahlen. Das Finanzamt kann außerdem Nachzahlungszinsen verlangen, bei größeren Summen Geldbußen festsetzen und bei Vorsatz sogar Geldstrafen verhängen. Doch so weit müssen Sie es nicht kommen lassen. Geben Sie vergessene Kapitaleinnahmen nachträglich beim Finanzamt an, bevor es Ihnen auf die Spur kommt. Dann kommen Sie ohne Buße oder Strafe davon.

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