Martin B., Flensburg:

Ich bin Witwer, 65 Jahre alt und seit 2005 Rentner. Dieses Jahr werde ich 12 000 Euro gesetzliche Rente und 3 601 Euro Zinsen beziehen. Die Zinsen sind höher als das steuerfreie Limit für Sparer von 801 Euro. Bei der Gutschrift drohen deshalb Zinsabschläge. Kann ich sie verhindern?

Finanztest: Ja, Sie können beim Finanzamt eine Nichtveranlagungsbescheinigung beantragen. Legen Sie diese der Bank vor, schreibt sie alle Zinsen ohne Steuerabzug gut. Sie können die Bescheinigung bekommen, weil Ihre Einkünfte 2007 nicht höher als 7 664 Euro sind.

Sie berechnen Ihre Einkünfte, indem Sie den steuerpflichtigen Teil Ihrer Rente nehmen. Weil sie vor 2006 begann, ­beträgt er 6 000 Euro (50 Prozent). Davon ziehen Sie ­pauschal 102 Euro Werbungskosten ab und erhalten 5 898 Euro Renteneinkünfte.

Die Zinsen von 3 601 Euro kürzen Sie um die 801 Euro, die steuerfrei sind. Vom Rest gehen noch 40 Prozent Altersentlastungsbetrag ab (maximal 1 900 Euro). Es bleiben Zinseinkünfte von 1 680 Euro.

Insgesamt haben Sie Einkünfte von 7 578 Euro. Weil die Grenze von  7 664 Euro eingehalten ist, können Sie die Nichtveranlagungsbescheinigung bekommen.

Manche Finanzämter berücksichtigen auch außergewöhnliche Belastungen und Sonderausgaben. Rentner sollten sie im Antragsformular des ­Finanzamts angeben.

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