Sven K., Delmenhorst:
Gibt es Versicherungsbeiträge, die Arbeitnehmer als ­Werbungskosten absetzen können?

Finanztest:
Ja. Wenn Sie mit Versicherungen berufliche ­Risiken abdecken, sind Ihre Ausgaben Werbungskosten.
Haben Sie zum Beispiel eine Versicherung für Unfälle im Betrieb oder auf dem Weg zur Arbeit, erkennt das Finanzamt den Beitrag dafür voll an.
Sind private Unfälle mitversichert, können Sie auf jeden Fall den Anteil des Beitrags für die beruflichen Risiken absetzen. Die Höhe bescheinigt ­Ihnen die Versicherung. Ohne Bescheinigung hakt der Fiskus 50 Prozent vom Beitrag ab, wenn Sie das in der Steuererklärung beantragen.
Auch Beiträge für Haftpflicht- und Rechtsschutzversicherungen, die berufliche Risiken versichern, sind Werbungskosten. Sind sie wie die Haftpflichtversicherungen für Rechtsanwälte und Steuer­berater nur auf den Beruf ­zugeschnitten, sind alle Ausgaben Werbungskosten.
Auch Mitarbeiter im öffentlichen Dienst können Ausgaben für reine Diensthaftpflichtversicherungen komplett absetzen. Decken Haftpflicht- und Rechtsschutzversicherungen auch Privatrisiken ab, müssen Versicherte den anteiligen Beitrag für die beruflichen ­Risiken dagegen mit einer ­Bescheinigung der Versicherung belegen. Sonst können sie dafür gar keine Werbungskosten absetzen.

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