Anita H., Berlin:

Ich habe einen 14-tägigen Intensivkurs in Englisch an der englische Südküste in Brighton besucht. Das Finanzamt will die Ausgaben nicht als Werbungskosten abziehen. Wie kann ich mich wehren?

Finanztest: Sie sollten dagegen innerhalb von einem Monat nach Erhalt Ihres Steuerbescheids Einspruch beim Finanzamt einlegen. Die Behörde muss die Kosten anerkennen, wenn die Fortbildung für Ihren Beruf erforderlich ist. Das ist bei Kursen im Inland wie auch im europäischen Ausland so.

Das Amt kann Auslandskurse nicht mehr generell als Privatvergnügen abstempeln. Das gilt wegen der Dienstleistungsfreiheit für alle Staaten des europäischen Wirtschaftsraums wie für Großbritannien, Island, Liechtenstein, Norwegen und auch die Schweiz.

Darauf haben sich die obersten Finanzbehörden der Länder geeinigt (Schreiben vom Bundesfinanzministerium, IV A 5 - S 2227 - 1/03). Grundlage war eine Entscheidung des Bundesfinanzhofs (Az. VI R 168/00).

Danach zählen Kursgebühren, Fahrtkosten, Unterkunftskosten und Verpflegungsmehraufwendungen während der Weiterbildung als Werbungskosten. Allerdings gibt es den Abzug nur, wenn wirklich berufliche Interessen im Vordergrund stehen und kaum Zeit für touristische Erkundungen bleibt.

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