Michael B., Essen: Ich habe eine Einfahrt zugeparkt. Ein Handwerker kam deshalb nicht auf den Hof und ich soll nun seine Anfahrtskosten zahlen. Dazu bin ich bereit. Die Gegenseite hat trotzdem sofort einen Anwalt eingeschaltet, der mir die Anfahrtsrechnung geschickt hat und verlangt, dass ich auch sein Honorar zahle. Muss ich?

Finanztest: Nein, denn Sie waren nicht im Verzug. Nur dann müssten Sie die Anwaltskosten als so genannten Verzugsschaden erstatten.

Im Verzug sind Sie in aller ­Regel aber immer erst, wenn Sie eine Rechnung bekommen haben und die Zahlungsfrist verstrichen ist oder mindestens 30 Tage seit Zugang der Rechnung vergangen sind.

Sind Sie sicher, die Einschaltung des Anwalts nicht veranlasst zu haben (etwa durch die Erklärung „ich zahl auf keinen Fall“), begleichen Sie nur den Handwerkerbetrag. Dann dürfte das Thema erledigt sein.

Etwas anderes würde aber gelten, wenn Sie einen hohen oder schwer bezifferbaren Schaden verursacht hätten, etwa durch einen Verkehrsunfall. Dann wäre die Einschaltung eines Anwalts gerechtfertigt und Sie oder Ihre Versicherung müssten zahlen.

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