Heinz B., Berlin:

Ich bin verheiratet und arbeite als freischaffender Grafiker zu Hause. Mein Arbeitszimmer im neu gebauten Eigenheim macht 14 Prozent der Wohnfläche aus. Insgesamt sind uns für den Hausbau 32 000 Euro Mehrwertsteuer in Rechnung gestellt worden. Kann ich die gesamte Summe in meiner Umsatzsteuererklärung als Vorsteuer abziehen?

Finanztest: Nein, nur einen Teil. Der Betrag ergibt sich zunächst aus der Größe des Raumes, den Sie beruflich nutzen. Da Ihr Arbeitszimmer 14 Prozent der Gesamtwohnfläche ausmacht, reduziert sich die Vorsteuer, die Sie verrechnen können, im ersten Schritt auf 4 480 Euro (14 Prozent von 32 000 Euro). Sind Sie und Ihre Frau in den Verträgen mit den Baufirmen und deren Rechnungen beide gemeinsam genannt, gelten Sie beide als Empfänger der Bauleistungen. Dann können Sie allein nur die Hälfte von 4 480 Euro, also 2 240 Euro beim Finanzamt verrechnen.

Ist nicht klar, welcher Ehepartner die Bauleistungen in Auftrag gegeben hat, kann sich die anrechenbare Vorsteuer auch aus den Eigentumsverhältnissen ergeben. Gehört Ihnen das Haus nur zu einem Viertel, kann es passieren, dass das Finanzamt nur ein Viertel von 4 480 Euro – also 1 120 Euro – anerkennt. So hat das Finanzgericht Köln gerechnet (Az. 10 K 2567/96). Inzwischen hat allerdings der Bundesfinanzhof den Europäischen Gerichtshof um Klärung gebeten (Az. V R 40/01).

Tipp: Bis dahin können Ehepaare den Vorsteuerabzug erhöhen, indem der zu Hause arbeitende Partner alle Verträge allein unterschreibt, der einzige Auftraggeber ist und alle Rechnungen auf sich ausstellen lässt.

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