Frage & Antwort Viele russische Aktien gibt es für Deutsche nur als ADR

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Holger S., Paderborn:

Ich interessiere mich für russische Aktien und habe beim Internetstudium festgestellt, dass diese meist als so genannte ADRs gehandelt werden. Wo liegt der Unterschied zu nor­malen Aktien und was bedeutet das für den Anleger?

Finanztest: ADR ist die Abkürzung für American Depository Receipts und bezeichnet Hinterlegungsscheine für Aktien, die an deren Stelle an der Börse gehandelt werden. Neben ADRs gibt es auch Global Depository Receipts (GDRs). Beide vertreten oft Aktiengattungen, die an den Heimatbörsen nicht von Ausländern gekauft werden dürfen oder anderen Handelsbeschränkungen unterliegen. ADRs und GDRs haben in der Regel eine andere Stückelung als die Originalaktie. Zum Beispiel entsprechen bei der deutschen SAP, die an der New Yorker Börse als ADR notiert ist, genau vier ADR-Anteile einer Aktie des Softwarekonzerns. Die Anteilscheine können für Kleinanleger interessanter sein als eine Originalaktie, wenn diese aufgrund ihres hohen Kurses unerschwinglich wäre oder nur in sehr großer Stückelung gehandelt wird.

Dennoch rät Michael Kott von der Börse München grundsätzlich von ADRs und GDRs ab: „Es handelt sich um synthetische Produkte, die teils mit großen Auf- und Abschlägen gegenüber den Originalaktien gehandelt werden.“ Für den Anleger seien sie deshalb schwer berechenbar. Allerdings gibt es für Anleger, die in bestimmte ausländische Konzerne investieren wollen, oft keine Alternative zum ADR oder GDR.

ADR- oder GDR-Besitzer haben nicht die gleichen Rechte wie Aktionäre. Allerdings können sie davon ausgehen, bei der Dividendenausschüttung gleich behandelt zu werden. Wie hoch die Dividende ausfällt, richtet sich nach dem Anteil, den das ADR an der Originalaktie repräsentiert.

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