Eckhard H. aus Hamburg:

Mein Sohn will bis Jahresende eine Kapitallebensversicherung abschließen. Nun schreiben Sie in Finanztest 10/04, dass die steuerfreie Auszahlung auch daran geknüpft sei, dass Hinterbliebene mindestens 60 Prozent der gesamten Beitragssumme als Todesfallleistung erhalten, wenn der Versicherte stirbt. Wenn das stimmt, wäre die Police für meinen Sohn kaum noch interessant, weil er die teure Todesfallleistung nicht benötigt.

Finanztest. So ist es, denn diese Bedingung muss für die steuerfreie Auszahlung der späteren Kapitalleistung aus der Lebensversicherung erfüllt sein. Diese Änderung führte der Gesetzgeber im Zuge der Vertragsanpassung innerhalb der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft ein. Sie gilt für alle nach dem 31. März 1996 abgeschlossenen Verträge (Schreiben des Bundesfinanzministeriums, IV W 1 - S 2221 - 11/96 II, Bundessteuerblatt 1996 I, S. 124). Dass der Versicherungsvertrag auch wirklich den 60 Prozent Mindesttodesfallschutz einhält, muss der Steuerpflichtige mit einer Bestätigung durch den Versicherer nachweisen. Das verlangt die Einkommensteuerrichtlinie (EStR) R 88 Absatz 1. Diese Bedingung gilt übrigens auch für fonds­gebundene Lebensversicherungen.

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