Frithjof K. aus Potsdam:

Meine Rente reicht zum Leben nicht aus. Deshalb beziehe ich seit kurzem Sozialhilfe. Mein kleines Häuschen habe ich vor zwei Jahren auf meinen Sohn übertragen. Im Gegenzug für diese Übertragung habe ich mir von ihm vertraglich ein lebenslanges Wohnrecht zusichern lassen. Kann das Sozialamt nun von meinem Sohn mein früheres Haus zurückverlangen?

Finanztest: Nein, wenn Sie das Wohnrecht auch wirklich nutzen. Das Sozialamt kann ehemalige großzügige Gaben von inzwischen verarmten Schenkern nur rückgängig machen, wenn auch rechtlich eine Schenkung vorliegt. Sie haben Ihr Eigenheim aber nicht einfach so weggegeben, sondern eine Gegenleistung vereinbart: ein lebenslanges Wohnrecht.

Allerdings wird das Sozialamt den Wert des Häuschens und den Wert des Wohnrechts gegenüberstellen. Hat Ihr Sohn ein Schnäppchen gemacht, weil der Wert des Hauses sehr hoch und der Wert des Wohnrechts sehr niedrig ist, ist der Differenzbetrag als (Teil-)Schenkung anzusehen. Den Wert der Differenz kann das Sozialamt von Ihrem Sohn in Geld verlangen.

Unabhängig von der Frage der Rückgabe einer Schenkung wird das Sozialamt aber wohl auf jeden Fall prüfen, ob und in welchem Umfang Ihr Sohn Unterhalt für Sie zahlen muss. Kinder sind ihren bedürftig gewordenen Eltern nach dem Gesetz nämlich zum Unterhalt verpflichtet.

Tipp: Wenn Sie Ihren Kindern Vermögen schenken wollen, sollten Sie das frühzeitig tun. So stellen Sie sicher, dass das Sozialamt später nicht doch darauf zurückgreift. Es kann Geschenke nur dann rückgängig machen, wenn sie in den vergangenen zehn Jahren vor Beginn des Sozialhilfebezugs gemacht wurden.

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