Marlies K. aus Rostock:

Im Steuerbescheid hat das Finanzamt die Anwalts- und Gerichtskosten für die Scheidung als außergewöhnliche Belastungen anerkannt. Nicht dazurechnen will es die Gebühr für die laut Scheidungsurteil notwendigen Grundbuchänderung der ehemals gemeinsamen Eigentumswohnung. Ist das richtig?

Finanztest: Nein, Sie sollten Einspruch einlegen. Das Finanzamt muss Folgekosten als außergewöhnliche Belastungen anerkennen, die unvermeidbar und unmittelbar durch die Scheidung entstanden sind (BFH, Az. III R 88/90). Dazu gehören Änderungen der Rechte an der ehemals gemeinsamen Wohnung im Grundbuch oder Mietvertrag und nötige Nutzungsvereinbarungen (Paragraph 621 Absatz 1 Zivilprozessordnung).

Folgekosten sind auch Gebühren für Regelungen der Unterhaltspflicht, der güterrechtlichen Ansprüche, des Sorgerechts und Umgangrechts mit Kindern oder des Versorgungsausgleichs. Nicht anerkannt sind dagegen scheidungsbedingte Kosten für Umzug, Namensänderung oder Detektive.

Dieser Artikel ist hilfreich. 407 Nutzer finden das hilfreich.