Sebastian B. aus München

In Ihrer Untersuchung von Riester-Banksparplänen in Finanztest August 2002 haben Sie eine Tabelle veröffentlicht, aus der die Ren­diten für Riester-Verträge ersichtlich sind. Warum sind die Renditen für 10-jährige Vertragslaufzeiten wesentlich höher als für 25- oder 35-jährige?

Finanztest: Für die Rendite von Riester-Banksparplänen ist die Laufzeit von entscheidender Bedeutung: Denn mit zunehmender Vertragsdauer wird die staatliche Förderung auf einen längeren Zeitraum verteilt. Dadurch sinkt die Rendite mit der Spardauer, obwohl der Fördersatz gleich bleibt.

Ein Beispiel für einen Sparplan ohne Verzinsung macht dies deutlich. Der Sparer zahlt jährlich im Voraus 100 Euro und bekommt einen Fördersatz von 50 Prozent für die jährliche Sparrate: Auf die Sparrate im letzten Vertragsjahr bekommt er durch Zulage und Steuerersparnis eine Förderung von 50 Euro; die Rendite für den Sparer liegt dann bei 50 Prozent - was der Rendite für einen Vertrag mit einjähriger Laufzeit entspricht.

Auf die Sparrate des vorletzten Vertragsjahres gab es ebenfalls 50 Euro. Der Sparer hat die Förderung aber nicht für die Anlagedauer von einem, sondern von zwei Jahren erhalten. Die Rendite verringert sich, je länger der Vertrag läuft. Bei einer 35-jährigen Laufzeit bringt die 50-prozentige Förderung nur 2 bis 3 Prozent Rendite. Mit einer durchschnittlichen Verzinsung des Banksparplans von 5 Prozent kommt der Sparer auf einen Ertrag zwischen 7 und 8 Prozent.

Die Tabelle macht diesen Effekt deutlich. Er gilt natürlich nicht nur für Alleinstehende, sondern auch für Ehepaare.

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