Brigitte Köber, Nürnberg:

Ich habe vergangenes Jahr 462 Euro in einen Riester-Vertrag eingezahlt. Das war der Betrag, den ich als Single ohne Kinder mit 50 000 Euro Bruttolohn für die 38 Euro hohe Zulage vom Staat selbst ausgeben musste. Stimmt es, dass ich bei der Abrechnung mit dem Finanzamt auch Steuern sparen kann?

Finanztest: Ja. Riester-Beiträge sind eine ganz neue Art von Sonderausgaben in der Steuererklärung. Sie bestehen aus den eigenen Einzahlungen und den Zulagen vom Staat. Das sind bei Ihnen insgesamt 500 (462 + 38) Euro.

Die zieht das Finanzamt von den Einkünften des vergangenen Jahres ab, wenn Sie das in der Steuererklärung für 2002 auf der neuen Anlage AV (Altersvorsorge) beantragen. Zusätzlich müssen Sie eine Bescheinigung des Anbieters über Ihren eigenen Beitrag einreichen.

Lag Ihr Lohn auch vergangenes Jahr bei 50 000 Euro, sparen Sie 205 Euro Steuern, wenn das Finanzamt zusätzlich nur noch die Freibeträge und Pauschalen des Steuerrechts vom Lohn abzieht und Sie sonst keine Einnahmen haben.

Gleichzeitig erhöht es die Steuern für 2002 um die Zulagen, die der Staat dieses Jahr in Ihren Vertrag einzahlt. Die Zulagen werden Ihnen also wieder weggenommen. Sie erhalten unterm Strich nur die Steuerersparnis von 205 Euro. Die ist aber viel höher als die 38 Euro hohe Riester-Zulage.

Anders sieht die Rechnung aus, wenn Sie nur 40 000 Euro Lohn haben und auch zwei Kinderzulagen à 46 Euro erhalten. Dann sind die Zulagen von insgesamt 130 Euro mehr wert als die Steuerersparnis. Das Finanzamt zieht den Riester-Beitrag darum nicht als Sonderausgabe ab und ändert auch nichts an der Einkommensteuerschuld.

Damit es ausrechnen kann, ob die Zulagen mehr Geld bringen, sollten Riester-Sparer den Sonderausgabenabzug aber immer in der Steuererklärung beantragen.

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