Thilo K., Schöningen:

Bei uns ist nur meine Frau in der Kirche. Weil sie kaum Einkünfte hat, sollen wir ein besonderes Kirchgeld zahlen. Die Höhe richtet sich vor allem nach dem Einkommen, das ich versteuern muss. Kann ich dagegen etwas machen?

Finanztest: Nicht viel. Die Gerichte haben mehrfach entschieden, dass das besondere Kirchgeld verfassungsgerecht ist. Diese Rechtsprechung hat der Bundesfinanzhof (BFH) jetzt fortgesetzt (Az. I R 76/04). Die Kläger in dem Verfahren waren schon deshalb vor Gericht ­gezogen, weil das besondere Kirchgeld nur Ehepaare zahlen, die eine Steuererklärung ­abgeben.

Bei allen, die nicht dazu verpflichtet sind und das auch freiwillig nicht tun, fällt das Kirchgeld unter den Tisch. Diese Praxis sollte der BFH verurteilen. Das hat er nicht getan, weil er das Vollzugsdefizit für ­unbedenklich hält.

Es gibt zwar noch Musterverfahren, auf die Ehepaare sich in Einsprüchen gegen den Steuerbescheid berufen können (zum Beispiel Az. I R 62/05, I R 44/05). Die Erfolgsaussichten vor Gericht sind jedoch nicht groß.

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