Uli Meyer, Arnsberg:

Ich habe bei der Sparda-Bank Wuppertal vor etwa zwei Jahren ein Darlehen mit einer Restlaufzeit von acht Jahren aufgenommen. Im November 2002 haben die drei Sparda-Banken Wuppertal, Köln und Essen zur Sparda-Bank West fusioniert. Komme ich wegen der Bankenfusion nun vorzeitig aus dem Darlehensvertrag ohne Zahlung einer Vor­fälligkeitsentschädigung raus?

Finanztest: Nein, aus zwei Gründen nicht. Erstens ist inzwischen die Frist für eine außerordentliche Kündigung abgelaufen. Zwar hat das Oberlandesgericht Karlsruhe 2001 entschieden, dass Bankkunden einen Kreditvertrag aus wichtigem Grund außerordentlich kündigen können, wenn die Gläubigerbank mit anderen Banken fusioniert (Az. 9 U 143/00). Schuldner können den Kredit aber nur innerhalb einer „angemessenen“ Frist kündigen. Das Gericht geht davon aus, dass Kreditnehmer grundsätzlich zwei Wochen, nachdem die Bank ihre Kunden über die Fusion informiert hat, dafür Zeit haben.

Zweitens dürfen Sie einen Kreditvertrag nach einer Fusion nur vorzeitig kündigen, wenn Sie auch einen wichtigen Grund haben. Denn in der Regel ändert eine Verschmelzung nichts an der Gültigkeit eines Vertrags. Das bedeutet: In den meisten Fällen müssen Sie sich mit der Fusion abfinden. Nur in Sonderfällen wäre eine neu hinzukommende Bank ein unzumutbarer Geschäftspartner. Etwa dann, wenn Sie wegen unseriöser Geschäftspraktiken mit ihr schon einmal Ärger hatten.

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