Frage & Antwort Mit Finanztest-Heften Steuern sparen

2

Rudolf Kerner, Bremen

Ich bin seit einigen Jahren Abonnent von ­Finanztest. Bisher habe ich den Preis für das Abonnement immer als Werbungskosten absetzen können. Jetzt will das Finanzamt die Kosten nicht mehr anerkennen, weil in ­Finanztest zu viele allgemein informative Themen stehen. Lohnt sich ein Einspruch?

Finanztest: Das kommt darauf an. Das Finanzamt erkennt nur Fachzeitschriften und Zeitungen für den Beruf als Arbeitsmittel an. Ein Einspruch gegen den Steuerbescheid hat deshalb nur Erfolg, wenn Sie Ihren Sachbearbeiter überzeugen können, dass Sie Finanztest fast nur aus beruflichen Gründen lesen.

Das wird nicht einfach sein. Zum Beispiel ist ein Bankkaufmann, der seine Ausgaben für die Wirtschaftszeitung „Handelsblatt“ als Werbungskosten absetzen wollte, damit weder beim Finanzamt noch beim Finanzgericht Brandenburg durchgekommen. Im Handelsblatt stehen nämlich nicht nur Wirtschaftsthemen. Es berichtet auch über Politik, Reise und Sport. Deshalb muss jetzt der Bundesfinanzhof (BFH) entscheiden, ob das Handelsblatt für den Bankkaufmann ein Arbeitsmittel ist (Az. VI R 57/02).

Wenn Sie in einem ähnlichen Beruf arbeiten, können Sie unter Hinweis auf das Aktenzeichen Einspruch gegen Ihren Steuerbescheid einlegen. Dann bleibt er bis zur Entscheidung des BFH offen. Immerhin haben die Richter in München bei einem in der Steuer- und Wirtschaftsberatung tätigen Diplomkaufmann vor über zwanzig Jahren das Handelsblatt als Arbeitsmittel anerkannt.

Für die Sonderhefte von Finanztest können Leser leichter Werbungskosten absetzen. Kaufen Versicherungskaufleute zum Beispiel das Sonderheft Versicherungen, kann das Finanzamt den Zuschnitt auf den Beruf kaum bestreiten. Und es gibt sogar einen Finanztest-Ratgeber, den es immer anerkennt. Das ist das Sonderheft Steuern, das jedes Jahr im Januar neu erscheint. Die Ausgaben dafür sind Steuerberatungskosten, die Arbeitnehmer entweder als Sonderausgaben oder als Werbungskosten in der Steuererklärung abrechnen können.

2

Mehr zum Thema

  • Dokumente aufbewahren Welche Fristen gelten – wie Sie Ordnung halten

    - Ist das wichtig? Kann das weg? Das fragen sich viele Menschen angesichts alter Unterlagen. Wir erklären, wie lange Sie Rechnungen, Verträge oder Auszüge aufheben sollten.

  • Werbungs­kosten Das können Arbeitnehmer für den Job absetzen

    - Von Arbeits­mitteln bis Home­office-Pauschale: Wer mehr als 1 000 Euro Werbungs­kosten pro Jahr hat, kann sich zu viel gezahlte Steuern mit der Steuererklärung zurück­holen.

  • Werbungs­kosten So setzen Sie Arbeits­mittel ab

    - Mit einem Tablet oder dem neuesten Smartphone Steuern sparen? Das geht, sofern die Geräte über­wiegend beruflich genutzt werden. test.de sagt, welche Regeln gelten.

2 Kommentare Diskutieren Sie mit

Nur registrierte Nutzer können Kommentare verfassen. Bitte melden Sie sich an. Individuelle Fragen richten Sie bitte an den Leserservice.

Nutzer­kommentare können sich auf einen früheren Stand oder einen älteren Test beziehen.

Profilbild Stiftung_Warentest am 26.08.2015 um 11:45 Uhr
Kosten für Finanztest-Abo nicht absetzbar

@angelah: Anleger können ihre Kosten für die Geldanlage wie Depotgebühren, Reisekosten zur Hauptversammlung oder Kreditzinsen nicht zusätzlich absetzen. Das gilt auch für das Finanztest-Abo. Die Ausgaben sind seit 2009 mit dem Sparerpauschbetrag von 801 Euro (1602 Ehe- und gesetzliche Lebenspartner) abgegolten. Nur Bankspesen, die beim An- und Verkauf von Wertpapieren entstehen, dürfen Sparer von ihren steuerpflichtigen Verkaufsgewinnen abziehen, siehe auch: www.test.de / Suche / Anleger + Was das Gericht noch klären muss. (maa)

angelah am 25.08.2015 um 19:23 Uhr
Abokosten absetzen bei Kapitalerträgen?

Das Abo Finanztest benötige ich, um die Kapitalerträge zu erzielen, die ich dann versteuern muss. Gibt es eine Möglichkeit, dies von der Steuer abzusetzen?