Tim K. aus Berlin: Mein Anlageberater empfahl mir einen Kapitalbrief. Was ist das eigentlich?

Finanztest: Für Kapitalbriefe gibt es keine feste Definition. Vielmehr legt jede Bank, die solche Kapitalbriefe ausgibt, selbst fest, um was für ein Wertpapier es sich handelt. Bei der insolventen BkmU Bank beispielsweise handelte es sich bei den Kapitalbriefen um Inhaberschuldverschreibungen. Die Kapitalbriefe der Berliner Weberbank dagegen sind Sparbriefe. Die Sparkasse Nordfriesland wiederum definiert damit Schuldverschreibungen mit Nachrang.

Bei den genannten Beispielen handelt es sich um Zinspapiere. Sie unterscheiden sich allerdings in der Besicherung. Ein Sparbrief ist im Fall der Insolvenz der Bank von der Einlagensicherung gedeckt, eine Schuldverschreibung fällt dagegen in die Insolvenzmasse. Inhaber einer nachrangigen Schuldverschreibung bekommen im Insolvenzfall ihr Geld erst, wenn die normalen Inhaberschuldverschreibungen zurückgezahlt werden konnten.

Tipp: Wenn Ihr Anlageberater Ihnen einen Kapitalbrief anbietet, fragen Sie unbedingt nach, um welche Variante es sich handelt. Vorsichtig sollten Sie sein, wenn es sich um Inhaberschuldverschreibungen handelt oder wenn die Bank nicht im Einlagensicherungsfonds privater Banken ist. Dagegen sind Angebote von Volksbanken und Sparkassen in der Regel besser gesichert, weil deren Sicherungseinrichtungen dafür sorgen, dass diese Institute erst gar nicht Pleite gehen. Ein Insolvenzfall, in dem eine nachrangige Absicherung zum Problem wird, tritt damit nicht ein.

Dieser Artikel ist hilfreich. 479 Nutzer finden das hilfreich.