Markus Gesche aus Halle: Immer wieder betonen einige Anlegerzeitschriften, dass Dividenden ausländischer Gesellschaften seit 2001 nur noch zur Hälfte versteuert werden, aber die Quellensteuer könne ich weiterhin komplett geltend machen. Stimmt das?

Finanztest: Ja, Sie können die Quellensteuer geltend machen (Anlage AUS), wie übrigens auch sonstige gezahlte Kapitalertragsteuer (Anlage KAP). Das Finanzamt berücksichtigt aber die Quellensteuer nur in bestimmten Grenzen. Maximal wirkt sich die ausländische Quellensteuer steuerlich bis zu der Höhe aus, in der das Finanzamt Einkommensteuer nach deutschem Recht auf die halbe ausgeschüttete Dividende festsetzen würde. Eine Erstattung des überzahlten Betrags wie bei Kapitalertragsteuer auf Dividenden deutscher Aktien gibt es nicht.

Vor allem wer wegen seiner geringen Einkommen wenig Steuern zahlen muss (niedriger Grenzsteuersatz), hat dadurch Nachteile. Bei einem Anleger mit beispielsweise 25 Prozent Grenzsteuersatz, der auf 1 000 Euro Dividende 150 Euro Quellensteuer zahlte, wirken sich nur 125 Euro Quellensteuer (25 Prozent der halben Dividende von 500 Euro) steuerlich aus. Bleibt er nach der Verrechnung der Kapitaleinkünfte ohnehin unter dem Sparerfreibetrag von 1  601 Euro, hat die gezahlte Quellensteuer für ihn gar keine steuerliche Auswirkung.

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