Walter Vogel, Sehnde:

Man glossiert keine Glosse. Doch im Juniheft schreiben Sie auf Seite 103: „Könnte sich ein Single selbst heiraten, dann müsste auch er von der teuren Steuerklasse I in die günstigere Klasse IV wechseln können.“ Meines Wissens sind die Steuerklassen I und IV identisch.

Finanztest: Sorry. Da hat der Schreiber unserer Glosse im literarischen Überschwang leider danebengetippt. Singles mit Steuerklasse I auf der Steuerkarte haben bei gleichem Gehalt tatsächlich dieselben Steuerabzüge wie verheiratete Kollegen mit Steuerklasse IV. Verdienen beide 4 000 Euro brutto, zieht der Chef rund 1 017 Euro Lohnsteuer ab.

Ein Schnäppchen können Arbeitnehmer, die heiraten, nur mit Steuerklasse III auf der Steuerkarte machen. Dann zahlen sie für 4 000 Euro Bruttolohn nur rund 609 Euro Lohnsteuer im Monat.

Der Traum kann aber noch platzen. Erst nach Abgabe der Steuererklärung rechnet das Finanzamt exakt aus, wie viel Einkommen jemand versteuern muss. Für Singles liest es die Steuerschuld aus der Grundtabelle und für Ehepaare aus der Splittingtabelle ab.

Nur wenn das Einkommen zweier Partner unterschiedlich hoch ist, entpuppt sich der Splittingtarif nach der Hochzeit als Geschenk. Je größer der Unterschied ist, umso mehr Geld springt für die Brautleute heraus. Bei der Jahresabrechnung für 2002 sind zusätzlich bis zu 9 872 Euro Steuerersparnis drin. Kein Wunder, dass viele Paare beim Heiraten auch ans Finanzamt denken.

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