Marion Kört, Berlin:

Bei Ebay-Auktionen lese ich häufig, dass der Verkäufer leider nicht für die Ware haften könne. Neues EU-Recht würde ihm das als Privatmann verbieten. Stimmt das?

Finanztest: Dieser Hinweis ist tatsächlich oft zu lesen. Trotzdem ist er falsch. Auch private Ebay-Verkäufer müssen laut Gesetz grundsätzlich zwei Jahre lang Gewähr für ihre Ware übernehmen. Sie dürfen die Gewährleistungsrechte des Kunden allerdings ausschließen. Ein klarer Hinweis („Verkauf ohne Gewährleistung“) genügt dafür.

Fehlt der Hinweis, können Käufer Nachbesserungen verlangen, wenn sich die Ware als mangelhaft herausstellt. Ist eine Nachbesserung nicht sachgerecht, nicht möglich oder mauert der Verkäufer, kann der Käufer den Kaufpreis mindern oder die Rückabwicklung des Geschäfts verlangen.

Einen Freibrief zum Verkauf von Schrott hat ein Verkäufer aber auch mit Gewährleistungsausschluss nicht. Verkauft er etwa ein Radio ohne weitere Hinweise, muss es schon funktionieren. Denn wird ein Mangel arglistig verschwiegen, gelten die Haftungsausschlüsse nicht. Nur wenn er einen Mangel klar benennt („Lautsprecher defekt“), ist der Verkäufer auf der sicheren Seite.

Tipp: Andere Regeln gelten übrigens für gewerbliche Verkäufer. Sie dürfen auch bei Ebay ihre Haftung für Gebrauchtwaren lediglich auf ein Jahr begrenzen. Wer gewerblich handelt, ist aber oft schwierig zu sagen. Ein Indiz sind zum Beispiel viele Bewertungen, die auf ein häufiges Handeln und damit auf eine stetige Gewinnerzielungsabsicht hinweisen.

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